Chart Polski
Autoren zum Chart Polski
und unseren Windhunden. Sie sind länger als die türkischen Windhunde, haben die Ruten nach oben gekrümmt, die Ohren halb hängend und ziemlich kurz. In den dickeren Gliedmassen und anderen Teilen ersieht man bei ihnen eine grössere Kraft und Mut; da sie mit langem und dichtem Haar bekleidet sind, sind sie unempfindlich gegen Wetterwechsel und im Lauf sehr ausdauernd." Erst im Jahre 1971 wurde man in der VR Polen auf den in der Sowjetunion, insbesondere in der Ukraine vorkommenden „Chortaja" aufmerksam, den man, aus den bereits genannten Gründen, als einen überlebenden polnischen „Chart" betrachtete. Bald darauf wurden mit Unterstützung sowjetischer Windhundexperten einige „Chortije" (PL v. „Chortaja") aus der Umgebung von Rostow nach Polen importiert, um dort als wieder auferstandener „Chart polski" weitergezüchtet zu werden. Bereits wenige Jahre später wurde das Unternehmen jedoch wieder abgeblasen. Die Begründung hierfür hat der kynologische Dachverband Polens („Zwiazek Kynologiczny W Polsce") 1976 in einem Schreiben an den Verfasser folgendermassen formuliert:
„Im Zusammenhang mit Ihrem Brief vom 27. September d.J. teilen wir höflichst mit, dass wir mit Ihrer Meinung hinsichtlich der Rasse Polnischer Windhund/Chart Polski völlig übereinstimmen, die Rasse ist nämlich schon ausgestorben. Derselben Meinung ist auch unser Kynologischer Wissenschaftlicher Rat, der bezüglich der „Chortaja Borzaja" sich an den Vorsitzenden des Kynologischen Rates der Sowjetunion, Herrn L A. Mak-simow, mit der Anfrage gerichtet hat, ob diese Rasse wirklich, wie einige meinen, vom alten polnischen Windhund abstammt. Herr Maksimow hat in seinem Bescheid vom 14. Mai 1975 festgestellt, dass „Chortaja Borzaja" eine russische Rasse ist, die durch Kreuzung zwischen einheimischen Windhunden von asiatischer und russischer Herkunft und dem englischen Greyhound etwa Ende des XVIII. Jahrhunderts entstanden ist. Wohl nimmt Herr Maksimow die Möglichkeit an, dass im Hinblick auf die Nachbarschaft Polens und Russlands die Rasse „Chart Polski" auf dieselbe Weise wie „Chortaja Borzaja" erschaffen werden könnte, weshalb „Chortaja Borzaja" der alten Rasse „Chart Polski" so ähnlich sehen könnte. Aber es gibt keinen Beweis, dass eine Nachkommenschaft der Rasse gegenwärtig in der Sowjetunion vorhanden sei. Also gibt es keine Gründe,
die Rasse „Chortaja Borzaja" als „Chart
Polski" zu betrachten."

Obwohl diese Begründung nicht allzu stichhaltig erscheint, dürfte die daraufhin getroffene Entscheidung richtig gewesen sein. Der heutige „Chortaja" ist ein ganz typischer, mit dem Greyhound nahezu identischer Glatthaar-Windhund, dessen Aussehen sich in keiner Weise mit den zeitgenössischen Beschreibungen in der zitierten Enzyklopädie oder der Zeitschrift „Sylwan", noch mit der darin veröffentlichten Abbildung deckt. Hätte der alte „Chart polski" so wie der heutige „Chortaja" ausgesehen, hätte es keinen Grund gegeben, ihn als besondere Rasse vom sogenannten „Gemeinen Windhund", dem Greyhound, zu trennen. Da er in der Enzyklopädie jedoch als Mischrasse bezeichnet und im „Sylwan" mit dem Schottischen Windhund verglichen wird, ausserdem nach beiden Beschreibungen nicht kurz-, sondern langhaarig war, ist es wohl richtiger, im alten „Chart polski" einen nach Polen verpflanzten oder, was naheliegender ist, dort aus verschiedenen Kreuzungen westlicher Wind- und einheimischer Hirtenhunde entstandenen „Saurüden" zu vermuten. Dass solche zottigen Rüden in Pommern, Cassuben und an den polnischen Grenzen zur Hetzjagd verwendet wurden, bemerkt schon Flemming in seinem Kapitel über den Saurüden (s. d.). Der nächste überlebende Verwandte des alten „Chart polski" wäre demnach weniger im heutigen „Chortaja", als im bekannten Langhaar-Barsoi zu suchen, der sicher auf ähnliche Weise entstand. Möglich, dass die Russen, für die Polen das Tor zum Westen war, von dort importierte Greyhounds als „polnische", sprich „westliche" bezeichneten. Um eine polnische Rasse handelte es sich bei diesen Glatthaar-Windhunden jedoch keineswegs. Auch muss der russische Name „Chortaja", der vom ukrainischen „Chort" oder „Chirt" (= Windhund) abgeleitet ist, nicht unbedingt als polnischen Ursprungs gedeutet werden. Vielmehr ist anzunehmen, dass er auf das altslawische „Chruti" zurückzuführen ist, aus dem sich ausser dem polnsichen „Chart" auch das slowakische „Chrt", sowie das slowenische und serbo-kroati-sche „Hrt", die jeweiligen Bezeichnungen für „Windhund" entwickelten. Nach Schrader („Reallexikon der Indogermanischen Altertumskunde") sind diese aus dem Altdeutschen entlehnt und mit dem deutschen Wort „Rüde" wurzelverwandt. Noch heute erinnert unser alter waidmännischer Hochruf „horrido" („ho.
In der Windhund-Fachliteratur ist wenig über den Chart Polski zu finden. Auch in den am meisten in Windhundkreisen verbreiteten Werken von Walther Opitz sowie Ingeborg und Eckhard Schritt wird der Chart Polski mit keinem Wort erwähnt. Frank R. Zwah-len beschreibt ihn - allerdings unter dem Titel „Chort" - als aus den südrussischen Steppen stammenden, ursprünglich in Polen beheimateten Windhund.
Rüdiger Daub hingegen schreibt in seinem 1979 erschienenen Werk „Windhunde der Welt":
Der Polnische Windhund heisst „Chart polski". Er gilt heute als ausgestorben, obwohl polnische Kynologen ihn vor einigen Jahren im russischen „Chortaja" wiederentdeckt zu haben glaubten. Gestützt wurde ihre durchaus überzeugende Theorie, die in Polen verschwundene Rasse habe in der Ukraine überlebt, durch Hinweise auf geographische Nachbarschaft, Geschichtsverlauf, Namensähnlichkeit und verschiedene Zitate aus älteren russischen Werken, wonach man dort die kurzhaarigen Windhunde „Polnische" genannt habe. In Polen selbst lassen sich literarische Hinweise auf Windhunde durch viele Jahrhunderte zurückverfolgen, ohne dass es möglich wäre, daraus irgendwelche Schlüsse auf eine nationale Rasse zu ziehen. Der älteste eindeutige Beweis für die Existenz einer solchen ist eine Abhandlung über Windhunde in der Warschauer Zeitschrift „Sylwan" aus dem Jahre 1825, die nicht nur eine Beschreibung, sondern auch eine Abbildung enthält. Darin heisst es: „Es sind nur kleine Unterschiede zwischen den schottischen
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Chart Pô/ski
Rùd, ho"), mit dem einst die Hetzhunde angefeuert wurden, an dièse sprachliche Gemeinsamkeit mit dem Osten.
pagne, parallèlement en Europe centrale leurs frères de race, endurants et infatigables, accroissaient leur format devenant les charts, qui pas plus que les grey-hounds ou les galgos n'eurent jamais besoin d'un croisement quelconque pour s'adapter aux conditions de vie de leurs pays d'adoption.
Cette évolution à peu près contemporaine de trois lévriers asiatiques sous trois climats bien différents est remarquable et il convenait de le souligner car, à propos de la formation des races, que de remarques oiseuses! Pour les uns le grey-hound aurait accru sa vitesse par croisement... encore eut-il fallu qu'il existât alors un canidé qui dans ce domaine lui fut supérieur. Pour d'autres le chart serait un produit du greyhound et du barzoï, alors que d'une part le barzoï n'est apparu en Russie que postérieurement à la soumission des Mongols, Cosaques et autres peuples de la basse Volga par Ivan le Terrible en 1556 et que, d'autre part, quelque cinquante ans avant cette dernière date, de nombreux chasseurs d'Ukraine se procuraient des charts en Pologne, l'importation de ces animaux étant, dit-on, régentée par le Prince Démétrius en 1505, sans garantir l'exactitude du dernier détail. Avec le temps et parfois des croisements, le chart polonais installé en Russie deviendra le ,,chortaïa borzaïa" ou ,,Poleskaïa borzaïa".
Bien des productions artistiques polonaises nous parlent du chart, parmi lesquelles doivent être particulièrement mentionnées les peintures de Juliusz Kossak, et ceci pour deux raisons. Tout d'abord Juliusz Kossak (1824-1899) a le talent des belles compositions, pleines de vie et d'ardeur, mais surtout il est
aussi animalier et sa prédilection va aux chevaux arabes et aux lévriers. Ces animaux sont rendus avec une telle fidélité qu'indépendamment de leur valeur artistique, les œuvres de Juliusz Kossak ont sur le plan zoologique, un intérêt documentaire reconnu par les gens de science.
A la documentation iconographique des artistes polonais s'ajoute une documentation photographique conservée par les propriétaires de charts qui, à la veille de la deuxième guerre mondiale, organisaient encore des chasses avec les lévriers. Enfin de nombreux textes polonais, surtout du XIXe siècle y compris ceux d'auteurs russes contemporains, ajoutent à la connaissance des charts.
Ceux qui s'efforcent aujourd'hui de rendre à la Pologne son lévrier traditionnel sont trop jeunes pour avoir connu ce lévrier dont l'effacement se situe au cours des années 1939-1945. Cependant ils se sont donnés à tâche de le retrouver par une recherche méthodique, dans l'espoir que malgré bien des bouleversements le chart aurait pu survivre. De nombreuses difficultés les attendaient, beaucoup déconseillant cette prospection d'autant, comme le signale Rùdiger Daub (Windhunde juillet 1977) que Ja fédération canine polonaise ne reconnaît pas l'existence d'un lévrier polonais". Limitons-nous ici à signaler que les passionnés de la résurrection du lévrier polonais sont à la quatrième génération de ces charts recherchés, repérés, sélectionnés, appariés, élevés à titre privé et désintéressé. Tout ceci ne peut encore être explicité. Un jour réalisera-t-on combien tant d'efforts auront représenté d'amour et de sacrifices...
Auch Xavier Przezdziecki widmet dem Chart Polski einige Betrachtungen in sei-nem 1984 erschienenen Werk ,,Le Destin des Lévriers". Man liest dort:
Un admirable effort se poursuit en Pologne depuis plusieurs années pour que le chart, le lévrier ancestral, réputé disparu au cours de la seconde guerre mondiale, retrouve place dans son pays.
Tant de destructions ont ravagé la Pologne que c'est miracle d'y découvrir un ouvrage de 1595 comportant une description de chasse avec les lévriers et de surcroît rédigée en vers. A l'époque où ce livre, Mysliwiec: chasseur, fut édité, voilà longtemps que le mince saluki des steppes asiatiques transplanté sous le ciel de Pologne, s'était transformé en un puissant lévrier apte à tenir tête au loup. Effectivement en cette époque médiévale où les Anglais, chassant en terrain compartimenté, sélectionnaient leurs vertragi asiatiques sur leur rapidité à capturer le lièvre, dans la grande plaine polonaise au climat rude et sec, ces mêmes lévriers asiatiques chassaient tout gibier, y compris l'outarde, le renard et le loup. Les Polonais demandaient en somme une certaine polyvalence à leurs lévriers dont ils appréciaient surtout la résistance et la puissance. (La taille d'un chart mâle se situe entre 76 et 80 centimètres, parfois plus).
En bref, tandis que dans les pays atlantiques les vertragi devenaient grey-hounds en Angleterre et galgos en Es-
Chart Lévrier Polonais
Aquarelle de Juliusz Kossak, XIXe siècle. En nous transmettant aimablement ce document, le Dr Henryk Kondziola, directeur du Musée National de Poznan indique que Juliusz Kossak né à Nowy Wis-niczle 15 décembre 1824, mort à Craco-vie le 3 février 1899, est un ,,peintre autodidacte de grand talent perfectionné aux milieux artistiques de Varsovie, Paris et Munich. Eminent dessinateur, peintre de genre, de portraits, chevaux. Chantre de la tradition et de coutume de la noblesse". Le ,,chasser au lévrier" où le cavalier tient les charts en longue laisse est de 1879.
Descendant direct de l'archétype asiatique, le chart polonais a pris de la taille mais conserve l'harmonie de son ancêtre.
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Chart Polski
FCI-Standard Nr. 333 713. Dezember 1990 / D
Chart Polski (Polnischer Windhund)
Ursprung: Polen, Übersetzung: Frau Michele Schneider
I. Allgemeine Erscheinung und
Verhaltensmerkmale

a) Der polnische Windhund ist ein Hund
von grossem Wuchs, kraftstrotzend,
muskulös, deutlich stärker und nicht so
fein in den Körperformen wie die ande-
ren kurzhaarigen Windhunde (doch darf
er weder plump noch träge sein). In sei-
ner Erscheinung gleicht er dem Typ des
asiatischen Windhundes, der sein Urahn
ist. Starker Knochenbau, kurz gefügter
Körper, deutlich sichtbare Muskulatur
und mächtige Kiefer zeugen davon, dass
dieser Hund unter den schwierigen Be-
dingungen des polnischen Klimas nicht
nur zur Jagd auf Feldhase, Fuchs, Reh
und Trappe, sondern auch zur Wolfsjagd
benutzt wurde.

Die ausdrucksstarken Augen und der aufgeweckte, durchdringende Blick spielen eine wichtige Rolle in der Erscheinung des polnischen Windhundes.
b) Die Bewegung muss fliessend und
energisch sein; die ihm eigene Winke-
lung der vorderen und der hinteren Glied-
massen erlaubt eine Vorwärtsstreckung
der Glieder in freier, raumgreifender Be-
wegung, im Schritt ebenso wie im Trab.
Langsam geführt, dürfen die Windhun-
de im Pass gehen, sollten aber bei Stei-
gerung des Tempos in normalen Schritt
zurückkehren.

Eines der charakteristischen Merkmale ist die Bewegung der Hinterläufe; sie kann konvergierend ablaufen, der Windhund „strickt" im langsamen Trab; dies ist nicht fehlerhaft.
c) Der polnische Windhund ist selbst-
bewusst, sicher, zurückhaltend und mu-
tig. Bei der Verfolgung ist er schnell, sehr
geschickt und ausdauernd. In Aktion rea-
giert er schnell und heftig.

d) Grosse: Das Idealmass für die Hündin
ist eine Widerristhöhe von 68-75 cm, für
den Rüden eine Widerristhöhe von 70-
80 cm. Exemplare, die grösser sind als
das Idealmass, werden unter der Bedin-
gung zugelassen, dass die rassetypische
Morphologie gewahrt bleibt. Eine etwas
geringere Grosse als vom Standard vor-
gegeben ist kein Disqualifikationsgrund,
wenn nicht noch andere Fehler hinzu-
kommen.

Das Verhältnis der Rumpflänge zur Widerristhöhe sollte bei 102-103 % liegen. Jede wesentliche Abweichung von
diesem Verhältnis ist fehlerhaft.
Im freien Stand sollte bei dem Windhund die Widerristhöhe der an den Kreuzbeinwirbeln gemessenen Körperhöhe entsprechen.
II. Der Kopf
a) Kräftig, trocken und lang.
b) Proportionen: bei den Rüden beträgt
das Verhältnis von Kopflänge zur Wider-
risthöhe 37-39 %, bei den Hündinnen 36-
38 %.

Fanglänge im Verhältnis zur Länge des Schädels:
-1=1 der Fang kann geringfügig länger
sein;

- Kopfbreite in Höhe des Jochbeins im
Verhältnis zur Kopflänge: ungefähr 38%

- das gewünschte Verhältnis von Fang-
umfang vor der Augenhöhle zur Kopf-
länge: ungefähr 80 %.

c) Das Schädeldach sollte flach sein, die
Stirnfurche wenig betont und vorzugs-
weise 0,51 cm tief sein.

d) Stirnvorsprünge, Augenbrauenwulst,
Stirnabsatz wenig betont.

e) Die seitliche Begrenzungslinie des
Schädels sollte vollkommen mit der seit-
lichen Begrenzungslinie des Fanges ver-
schmelzen.

f) Die oberen Begrenzungslinien von
Fang und Schädel sollten leicht diver-
gierend verlaufen. Ein leichter Höcker,
der häufig auf dem Nasenrücken er-
scheint, ist kein Disqualifikationsgrund.

g) Kräftiger Fang, der zum Nasenspiegel
hin so allmählich dünner wird, dass man
nicht den Eindruck hat, er würde spitz
sein; für einen Windhund ist er eher
stumpf.

h) Nasenschwamm schwarz oder von dunkler Farbe, gross, über die Lippen vorstehend.
i) Starke Kiefer und Zähne. Scherengebiss, Zangengebiss wird akzeptiert.
j) Lippen über die ganze Länge gut abgesetzt, ohne Ubertreibung trocken; am Beginn des Fanges dürfen sie eine sehr kleine Falte bilden, die die pigmentierten Ränder der Unterlippe bedeckt. Sie
sind aber nie lose hängend und verdek-ken nicht den Unterkiefer.
k) Dunkle Augen erwünscht; je nach Fellfarbe ist die Iris dunkelbraun bis bernsteinfarben. Augen ausdrucksvoll, ziemlich gross, leicht schräg (mandelförmig). Kleine Augen mit Dreieckslidspalte führen zur Disqualifikation. Hervortretende Augen sind ein schwerer Mangel. Der Ausdruck der Augen muss rassetypisch sein: aufgeweckt und durchdringend.
l) Ohren: von mittlerer Grosse, ziemlich schmal; legt man sie nach vorne um, muss die Ohrenspitze mit Leichtigkeit bis zu den inneren Augenwinkeln reichen. Der Ohransatz liegt in Höhe der Augen. Der Knorpel der Ohrmuschel ist ziemlich weich; die Ohren machen einen recht fleischigen Eindruck.
Die Ohren dürfen wie folgt getragen werden
- nach hinten geknickt, den Hals berüh-
rend,

- dachförmig,
- bei Erregung völlig aufgerichtet oder
mit leicht nach vorne gekippter Spitze.

III. Der Hals
Lang, muskulös, kräftig, von ovalem Querschnitt; er steigt sanft vom Widerrist aus an, der Kopf wird ziemlich hoch getragen (in Ruhehaltung trägt der polnische Windhund den Kopf etwas tiefer als der Greyhound).
IV. Der Rumpf
a) Widerrist klein aber ausgeprägt, obe-
re Linie über dem Brustkorb gerade, die
Lendenpartie ist sanft gewölbt.

Bei Hündinnen ist es kein Fehler, wenn die obere Linie auch in der Lendenpartie nahezu gerade ist.
b) Brustkasten sehr geräumig und tief
hinabreichend (der ideale Brustkasten
reicht mit der Brustbeingegend bis zum
Ellbogengelenk), von vorne gesehen ist
er massig weit, die Rippen, die hinter der
Vertikalen durch die Brustbeinspitze lie-
gen, sind deutlich gebogen, jedoch nicht
tonnenförmig. Die Rippen sind lang und
liegen schräg zur Wirbelsäule. Langes
Brustbein.

c) Aufgezogener Bauch.
d) Breite, muskulöse Lenden.
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Chart Polski
e) Kruppe schräg liegend, sanft abfallend, lang, breit und muskulös; viel Abstand zwischen den Hüfthöckern (der Abstand zwischen den Hüfthöckern entspricht 12 -14% der Widerristhöhe).
V. Rute
Lang, am Ansatz stark, in Ruhestellung tief getragen, das Rutenende sollte sichelförmig nach oben gebogen sein oder einen geschlossenen Ring bilden. In Ruhe kann sie der Hund auch vollständig aufrichten; in der Bewegung kann die Rute höher getragen werden, die Rutenbasis sollte aber nicht höher als die Lende getragen werden.
VI. Vordere Gliedmassen
a) Lang, trocken, gut bemuskelt, mit
recht wenig Abstand voneinander. Von
vorne gesehen stehen die Läufe parallel
zueinander.

b) Unterarm lang; die Entfernung von der
Ellbogenspitze zum Boden (die Höhe des
Ellbogens) soll ungefähr 54 % der Wi-
derristhöhe betragen; die Proportion
muss so ausgeglichen sein, dass nicht
der Eindruck übertriebener Hochbeinig-
keit entsteht.

c) Mittelfuss leicht schräg zum Boden
stehend.

d) Pfoten oval, gut geschlossen und ge-
wölbt.

VII. Hintere Gliedmassen
a) Lang, gut bemuskelt, ziemlich gut ge-
winkelt, leicht nach hinten gestellt und etwas auseinanderstehend, allerdings deutlich weniger als beim Greyhound.
Von hinten gesehen sind die Gliedmassen parallel.
b) Langer Unterschenkel
c) Kräftiges Sprunggelenk
d) Pfoten oval, aber viel länglicher als die
Vorderpfoten, Zehen gut gewölbt, kom-
pakt

VIII. Haut und Fell
a) Haut gut anliegend, elastisch.
b) Beim Anfassen erscheint das Haar ela-
stisch, ziemlich hart, nicht „drahtig", aber
auch nicht seidig. Es ist auf dem Rumpf
von unterschiedlicher Länge, im allge-
meinen etwas länger am Widerrist, ist es
auf den Seiten kürzer; am kürzesten ist
es am Brustbein und an den Gliedmas-
sen. Der Bauch ist feiner und dünner be-
haart.

Am Schwanzende und an der Schwanzunterseite ist das Haar am längsten, bleibt aber auch hart; es bildet Hosen und eine Bürste.
c) Fellfarbe
Alle Fellfarben sind erlaubt. Lidränder und Nasenschwamm schwarz oder dunkel; wenn die Fellfarbe heller ist, d.h. blau oder beige, ist dementsprechend auch der Nasenschwamm blau oder beige.
IX. Fehler
a) Allgemeine Erscheinung:
- zerbrechlicher Knochenbau, Schwäche,
schwache Muskulatur oder schwerfäl-
lige Konstitution, Schläfrigkeit, übertrie-
bene Schüchternheit.unbegründete Ag-
gressivität.

b) Kopf:
- Stirnpartie zu stark gewölbt.
- Nasenrücken zu stark gewölbt.
- Deutlich ausgeprägte Stirnfurche, deut-
lich ausgeprägter Stop

- Übertrieben entwickelte Lefzen; schwa-
che Kiefer.

- Dünne, spitze Nase.
- Rückbiss, Vorbiss, beträchtlicher Zahn-
mangel (ausser Pl), vorstehende Augen,
flachliegende Ohren, die die Seiten des
Kopfes berühren.

c) Hals kurz, dünner übertrieben hoch ge-
tragener Kopf (wie beim italienischen
Windspiel), ebenso der übertrieben tief
getragene Kopf (wie beim Barsoi).

d) Rumpf:
Bereits ab den Brustwirbeln gebogener Rücken oder zu stark gebogene Lende. Kurzes Brustbein, Brustkasten flach, wenig herabreichend, Brustbeinspitze so weit zurückversetzt, dass sie von der Seite betrachtet nicht hinter dem Schulterrand sichtbar ist.
e) Rute
- Vollständig über dem Rücken ge-
krümmte Rute, seitliche Abweichung
der Rute.

f) Vordere Gliedmassen
- Schroff abfallende Schulterblätter (steile
Schulter), ausgedrehte Pfoten, defor-
mierte Sohlenkissen, angedrückte oder
abstehende Ellbogen.

g) Hintere Gliemassen
- Zu schwache Winkelung, Kuhhessig-
keit, Fassbeinigkeit, gespreizte Pfoten.

h) Haut und Fell:
- Dicke, lose Haut, wenig elastisch; Na-
senschwamm und Lidränder blassrot
oder fleckig, ebenso wie eine Aufhellung
der Farbe von Nasenschwamm und Lid-
rändern bei anderen Fellfarben als blau
und beige.

N.B.: Rüden sollten zwei offensichtlich normale entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden. Der vorliegende Standard wurde von der Plenarversammlung des Direktoriums der Föderation Cynologique in Polen am 23. Februar 1986 gebilligt.
Bei uns noch kaum anzutreffen: der Chart Polski auf der Rennbahn
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Chart Polski
Dr. h.c. Hans Räber
Meine erste Begegnung
mit dem Chart Polski

Es war im Jahre 1981. Ich hatte anlässlich einer internationalen Hundeausstellung in Polen eine Anzahl Hunde zu richten, und obschon ich weder Windhundrichter noch Windhundkenner bin, stellte mir mein alter- unterdessen leider verstorbener - Freund Lubomir Smyczynski ein gutes Dutzend polnische Windhunde vor, und zwar deshalb, weil ich damals Präsident der Standardkommission der FCI war und die Polen sich um die Anerkennung des Chart Polskis als polnische Rasse bemühten.
Es war noch eine recht unterschiedliche Gesellschaft, die da beisammen war. Neben ausgesprochenen Greyhoundty-pen gab es auch Hunde mit deutlichem Barsoi-Einschlag, daneben aber auch Hunde, die durchaus einen eigenständigen Typ präsentierten.
Lubomir Smyezynski schrieb mir dann im Anschluss an diese meine erste Begegnung mit dem Chart Polski in einem Brief die folgenden Worte, die ich hier festhalten möchte:
„Ohne mich in geschichtliche Erwägungen und fruchtlose Diskussionen einzulassen, ob dieser Windhund ein polnischer Windhund oder eine polnischukrainische Grenzrasse oder auch eine rein russische Rasse ist, will ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass diese Rasse einen Kreis von Liebhabern und Züchtern in unserem Land finden wird. Sie verdient es nicht bloss aus geschichtlichen Erwägungen, sondern auch dadurch, dass die Hunde bei Probeläufen auf der Rennbahn Erfolge zeigten, die denen der Greyhounds durchaus ebenbürtig waren. Sie verdienen es aber auch wegen ihres Charakters; denn wie ihre (freilich noch nicht sehr zahlreichen) Besitzer hierzulande feststellten, sind die Hunde überdurchschnittlich intelligent und vor allem leichtführig, sie sind anhänglich und darüber hinaus äusserst pflegeleicht. Obwohl die Rasse bis jetzt nicht offiziell anerkannt ist, habe ich die Hoffnung, dass neben zahlreichen, bei uns gezüchteten fremden Rassen auch dieser Windhund in Polen seine Liebhaber finden wird und sich ein Verein seiner annehmen wird." Soweit der Brief von Lubomir Smyczynski. Ich folge hier den Angaben, wie sie L. Smyczynski in seinem Buch PYS niedergelegt hat.
Der Chart Polski existierte zweifellos als bodenständige Hunderasse in den östlichen Ländern des ehemaligen Königreiches Polen, dessen Macht sich im 16. Jahrhundert von der Ukraine am Dniepr bis zum Chanat auf der Krim erstreckte und in diesem Ausmass bis zur ersten Teilung Polens im Jahre 1772 bestanden hat. Wir haben leider nur sehr wenige authentische Berichte und Zeichnungen über den Chart und über die Art und Weise, wie mit ihm gejagt worden ist. Jedenfalls erlauben uns diese wenigen Angaben nicht, einen genauen Standard über das damalige Aussehen der Rasse aufzustellen.
Vermutlich legten die Jäger damals auch keinen grossen Wert auf die äus-sere Erscheinung ihrer Hunde; was zählte, waren allein Schnelligkeit und Jagdtauglichkeit.
Rassenreinheit war damals noch ein unbekannter Begriff, und so standen in den Zwingern der Jäger tatarische und andere verwandte östliche Windhunde, die sie entweder aus Feldzügen mit heimgebracht oder gekauft oder als Geschenke erhalten hatten.
Einen ersten genauen Bericht über den Chart Polski finden wir im Buch „Sylvan", das 1823 erschienen ist. Der Verfasser bedauert darin das Verschwinden der türkischen Windhunde, die anderen Stämmen Platz machen mussten. Über diese türkischen Windhunde schreibt er wörtlich: „Sie sind den unsrigen ähnlich, was Form und Grosse betrifft, sie haben jedoch einen viel kürzeren Kopf, sie sind beinahe ganz kahl und bellen selten und dann nur sehr schwach. Ihre Haut ist fett und riecht unangenehm. Italienische Windhunde sind schlanker; sie haben kurzes und glattes Haar. Der Unterschied zwischen einem schottischen und einem polnischen Windhund ist nicht sehr gross. Sie sind länger als die türkischen Windhunde, haben die Rute mehr nach oben gekrümmt, die Ohren sind ziemlich kurz und werden hängend getragen.
Nach ihrem gröberen Gebäude scheint es, dass sie mehr Kraft und Mut haben, und da sie mit dichtem und langem Haar bedeckt sind, sind sie unempfindlich gegen Wetterveränderungen und sehr ausdauernd im Lauf...
Windhunde müssen von Natur aus gut
Dr. h.c. Hans Räber konnte am 7. April 1998 bei beneidenswerter körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag begehen. Nach dem Besuch des Lehrerseminars war er von 1938 bis 1978 Lehrer in Wasen und in Kirchberg/ BE, anschliessend folgten Studienaufenthalte bei Prof. Hediger im Zoo Basel und bei Prof. Tinbergen in Leiden/NL. 1975 wurde Hans Räber von der Universität Bern die Ehrendoktorwürde verliehen. Er publizierte viele kynologische Fachbeiträge in der in- und ausländischen Presse und verfasste die Werke „Geschichte der Schweizer Hunderassen", „Enzyklopädie der Rassehunde" und „Brevier neuzeitlicher Hundezucht". Er züchtete Mittel- und Zwergschnauzer, Dobermannpinscher und Brüsseler Griffons. Von 1955 bis 1990 war er als Redaktor für die Zeitschrift „Hunde" (früher „Hundesport") tätig, während 20 Jahren als Stammbuchführer der SKG, während 10 Jahren als deren Geschäftsführer. Er ist Ehrenmitglied von vier SKG-Sektionen und der SKG.
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Chart Polski
gehen, das heisst einen aufmerksamen Gesichtssinn haben, gut laufen, Kraft und Schnelligkeit im Rennen zeigen, gut fassen; das heisst, sie müssen das Wild geschickt erfassen. Dies sind Eigenschaften, die sich aus dem Bau des Körpers ergeben.
Ein wirklich guter Windhund ist von der vorderen Zehe bis zu der Kopfspitze etwa 3 FUSS und 6 Zoll hoch, von der Fangspitze bis zum Rutenende 4 FUSS und 2-3 Zoll lang. Der Kopf ist lang mit flacher Stirn, der Hinterkopf gewölbt, der Fang lang, vorne etwas gekrümmt, aber nicht sehr spitz wie beim Hecht; er muss sich weit öffnen und scharfe und starke Zähne haben, denn sonst könnte er nicht gut fassen.
Die Augen sind fröhlich nach vorne gerichtet, und er schliesst sie selten. Die Ohren sind schmal, kurz und zur Hälfte hängend. Der Körper ist lang, schlank und fest gebunden. Die Brust ist stark mit langem Genick, der Rücken breit und etwas bucklig, die Flanken eingefallen. Die Pfoten sind lang und flach, die Keulen kurz, die Schultern flach, der Unterarm mager und sehr sehnig. Der Hund hat harte Ballen unter den Zehen, die Zehen sind auseinandergehend, dünn und die Krallen nach unten gekrümmt.
Die Rute ist lang, am Ende dünner und nach oben gekrümmt. Das Haar ist in vielen Farben, sie sind fahl mit weissem Halse, sie sind auch schwarz und weiss, fleckig und braun. Die angegebenen Grossen sind nicht ohne Ausnahmen, es kommen auch viel grössere und viel kleinere Hunde vor. Der Geruchssinn ist im Vergleich zu anderen Hunden gering, was wohl der Grund ist, dass sie wenig Anhänglichkeit an den Menschen zeigen. Sie sind auch nicht sehr leicht von Begriff, aber ihre Verwendung verlangt auch nicht diese Tugenden. Die Hündin soll weder alt noch jung sein, sondern im 3. oder 4. Felde, am besten ist, wenn sie im Frühling wirft."
Soweit die ziemlich genaue Beschreibung eines Chart Polski aus dem Jahre 1823.
Chart Polski und
Chortaja borzaja

Smyczynski sagt bereits, dass es völlig belanglos sei, ob man die Rasse als eine polnische,eine polnisch-ukrainische oder als eine russische Rasse betrachte, wichtig sei letztlich, dass sie sich als eigenständige Rasse präsentiere, die sich deutlich einerseits vom Barsoi und andererseits vom Greyhound abhebe.
Zur Zeit der Teilung Polens existierten ohnehin keine kynologischen Verbände, die den Chart als landeseigene Rasse
hätten beanspruchen können. Die Hunde waren einfach da, es wurde mit ihnen gejagt, und es ist eigentlich ein Wunder, dass sie im mehrmals geteilten Polen und nach zwei verheerenden Weltkriegen nicht völlig untergegangen sind; im Gegenteil, auch im zaristischen Russland wurden öfters polnische Windhunde erwähnt, und prominente russische Kynologen, wie etwa W. Gusiew, vertraten die Ansicht, der ukrainische Chortaja borzaja sei nichts anderes als der alte Chart Polski. Doch trotz dieser Anerkennung scheiterte die erste Anerkennung des Chart Polski am Anspruch des Russischen Kynologenverbandes, dessen Präsident Makeymo in einem Brief an den polnischen Landesverband schrieb, die Rasse sei in der UdSSR unter dem Namen Chortaja borzaja anerkannt, und auch wenn „nach Beschreibungen, Zeichnungen und Stichen der Chortaja borzaja dem polnischen Chart sehr ähnlich sei und eine gemeinsame Herkunft nicht auszuschliessen sei", seien die Russen nicht gewillt, auf den Chortaja borzaja zu verzichten, zumal sie 1966 einen Standard festgesetzt hätten und die Hunde seit 1969 ins Zuchtbuch der Jagdhunde eingetragen würden.
Wir müssen uns deshalb hier wohl kurz mit den beiden Rassen befassen. Die Herkunft ist bis heute ungeklärt. Etliche Autoren vertreten die Ansicht, es handle sich lediglich um eine leicht veränderte lokale Form des gleichen Hundes, und sie mögen dabei gar nicht so unrecht haben, wobei offenbleiben muss, ob der Chart Polski in die Ukraine eingewandert und dort zum Chortaja borzaja geworden oder umgekehrt der Chortaja nach Polen gekommen und dort von den Polen jetzt als landeseigene Rasse beansprucht wird. Alzbeta Kovacova ist jedenfalls der Ansicht, der Name Chart (Windhund) sei die ursprünglichere Bezeichnung gewesen und weise auf eine Abtrennung des Chortaja vom polnischen Chart hin.
Um 1855 soll der Grossfürst Nikolaus anlässlich eines Besuches in den Tuileri-en in Paris die ersten polnischen Windhunde gesehen haben. Er war von ihnen begeistert und beschloss, solche Hunde nach Russland einzuführen. Man war freilich damals noch der Meinung, es handle sich bei diesen kurzhaarigen Windhunden um den Chortaja borzaja aus der Ukraine. Die Hunde waren grös-ser als die englischen Greyhounds, weniger weich im Charakter, und ihr Haar war deutlich länger.
Gemäss einer alten Chronik aus dem 16. Jahrhundert soll der russische Prinz Dimitri um 1505 Windhunde in grosser Zahl aus Polen nach Russland geholt haben. Daraus schliessen polnische Kyno-
logen, dass der Chart Polski keineswegs ein russischer Windhund sein könne und schon gar nichts mit dem Barsoi zu tun habe. Sie sehen weit eher eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Saluki, insbesondere weil es beim Chart immer rein schwarze Hunde gab, was beim Barsoi eher selten vorkam; dann gab es beim Chart ebenfalls nussbraune und dreifarbige Hunde, auch schwarze mit einem weis-sen Kragen, ebenfalls eine Farbe, die man beim Barsoi kaum kannte. Auf eine Verwandtschaft mit dem Saluki schlossen sie auch aus der Fahne an der Rute und den „Hosen", die sie als deutliche Merkmale einer Saluki-Abstammung deuteten. Dass in der Ukraine - und in Polen -Barsois eingekreuzt worden sind, steht ausser Zweifel. Von den mir 1981 vorgestellten Hunden zeigten etliche durch deutlichen Ansatz zu bogenförmigen Rücken und ebenso leichte Ramsnasen, die beim Chart als Fehler gelten, den Einfluss des Barsois. Andere aber hatten gerade Rücken, was auf Einkreuzungen von Greyhounds hinweisen könnte.
Alle diese Merkmale veranlassten den Windhundkenner X. Przezdziecki, den Chart Polski als einen Abkömmling asiatischer Windhunde zu betrachten, deren Ahnen möglicherweise schon mit keltischen Stämmen nach Polen gekommen sein könnten.
Offenbar gab es am Ende des 19. Jahrhunderts noch zwei verschiedene Varietäten; jedenfalls lesen wir im „Chasseur" aus dem Jahre 1881, dass es zwei Arten des polnischen Windhundes gebe, eine glatthaarige und eine rauhhaarige mit Schnauz, Bart, Augenbrauen und einem „Wolfsfell" über den Rücken. Offensichtlich waren diese rauhhaarigen Typen durch Einkreuzungen von Irish Wolf-hounds und Schottischen Deerhounds entstanden.
Jagd mit dem Chart Polski
In einer brieflichen Mitteilung geht Frau M. Szmsto auch auf die Jagd mit dem Chart Polski ein. Sie stützt sich dabei auf eine Publikation des Russen Sabaniejew aus dem 19. Jahrhundert. Sie will auch wissen, dass in der berühmten „Perchi-no-Barsoi-Meute" des Grossfürsten Nikolai Nikolajewitsch vor dem Ersten Weltkrieg Polnische Windhunde mit Barsois gekreuzt worden sind.
Selbst „Dänische Hunde" (Brohol-mer?) wie auch Irish Wolfhounds und Schottische Deerhounds seien mit polnischen Hunden gekreuzt worden. Doch trotz dieser Kreuzungen sind auf Bildern von 1651 bis Ende des 19. Jahrhunderts die polnischen Windhunde mit einer bemerkenswerten Einheitlichkeit darge-
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Chart Polski
stellt, es muss also einen bestimmten, unverkennbaren Typ gegeben haben. Es waren grosse Hunde mit kurzem Haar, Fahnen an den Ruten und etwas Fransen an den Hinterschenkeln.
Nach zeitgenössischen Beschreibungen, zum Beispiel von J. Ostrorog um 1600, waren diese Hunde sehr rasch und resistent gegen Witterungseinflüsse. Sie verfolgten hartnäckig das einmal aufgescheuchte Wild, rissen es nieder und töteten es. War der Jäger zu Pferd nicht rechtzeitig zur Stelle, so hatte er das Nachsehen, denn die Hunde jagten für sich und nicht für den Jäger!
Gejagt wurde in der Regel mit zwei Hunden. Einen dritten nahm der Jäger nur mit, wenn er zur Wolfsjagd ging, und diesen dritten Hund liess er erst von der Leine, wenn die beiden anderen den Wolf bereits gestellt hatten. In der Regel wurde ein Windhund pro Tag dreimal zur Jagd eingesetzt, nachher gönnte man ihm 24 Stunden Ruhe.
Auf der Winterjagd auf den Fuchs nahm man die Hunde auf dem Schlitten mit und deckte sie mit warmen Decken zu, damit sie sich nicht erkälteten. Erst wenn ein Fuchs aufgejagt worden war, liess man die Hunde frei.
Eine wenig bekannte Jagd war die win-
terliche Jagd auf die Trappen, die es damals in Polen und in der Ukraine noch gab. Z. Mossak (zitiert im Brief von M. Szmsto) beschreibt uns eine solche Jagd Ende des 19. Jahrhunderts.
Durch die nächtliche Feuchtigkeit und Kälte war das Gefieder der grossen Vögel (ein Hahn wird über 1 m hoch und wiegt bis 16 kg) zusammengefroren. Statt aufzufliegen, versuchten die Vögel sich, ähnlich afrikanischen Straussen, rennend zu retten, bis sich ihr Gefieder so weit erwärmt hatte, dass sie auffliegen konnten. In der Regel werden jedoch die Hunde schneller gewesen sein.
Die polnischen Windhunde zeichneten sich angeblich durch einen guten Gehorsam aus. Sie waren darauf dressiert, auf das Hornsignal des Jägers sofort vom Wild abzulassen und zurückzukommen. Ob das in allen Fällen so war, bleibe dahingestellt.
Heute
Nach dem Zweiten Weltkrieg schien es in Polen keinen Chart Polski mehr zu geben. Er galt allgemein als ausgestorben, zumal schon 1946 das Halten und die Jagd mit Windhunden in ganz Polen verboten worden waren.
Doch einige wenige Exemplare hatten bei Leuten in abgelegenen Dörfern überlebt, die die Hunde zum Wildern brauchten, um sich in den kargen Kriegszeiten ab und zu ein Stück Fleisch zu verschaffen. In den siebziger Jahren begannen polnische Kynologen mit dem Wiederaufbau der Rasse, und am 27. Februar 1986 wurde der Chart Polski von der FCI provisorisch mit der Standardnummer 333 als polnische Nationalrasse anerkannt.
Als Idealmass gilt für Rüden eine Widerristhöhe von 70 bis 80 cm, für Hündinnen von 68 bis 75 cm. Das Haar soll ziemlich hart, aber keineswegs drahtig oder seidig sein. Am Rutenende bildet es eine Bürste und an den Hinterschenkeln rauhe, aber keineswegs lange Hosen. An Farben ist alles erlaubt, was es bei Hunden gibt.
Ausserhalb seiner Heimat wird der Chart Polski heute kaum in nennenswerter Zahl gezüchtet.
Dieser Beitrag ist u.a. in Band 2 der „Enzyklopädie der Rassehunde", Kosmos-Verlag, erschienen. Wir danken dem Autor für die freundliche Erlaubnis zum Nachdruck.
Redaktion „Der Windhundfreund"
Janusz Zielinski, Président du Club Polonais du Lévrier
Le Chart Polski dans sa patrie
A l'occasion de ma participation à des expositions dans plusieurs pays d'Europe, en qualité d'exposant ou de juge, il m'est arrivé d'être questionné au sujet d'une de nos cinq races nationales, le lévrier polonais (chart polski). La présence de ces chiens en exposition facilite beaucoup l'explication de toutes les informations et la démonstration des détails. Lors de ma dernière rencontre avec Monsieur Frank R. Zwahlen, les 23-24 août 1997, pendant son séjour en Pologne où il a jugé à Stettin, à l'exposition nationale du Club du Lévrier, j'ai reçu sa proposition d'écrire un article pour ,,Der Windhundfreund" au sujet du lévrier polonais.
Il m'est agréable de savoir que les éleveurs et les juges vont probablement profiter de ces informations. D'autre part, je me rends compte que c'est une grande responsabilité de diffuser l'image de la race dans un pays où elle est peu connue. Je tiens à mentionner ici que la revue ,,Der Windhundfreund" m'est connue depuis bientôt 20 ans, même si je la lis occasionnellement.
Les lévriers polonais (Charty polskie) font partie des cinq races de lévriers qui se sont formées sur le continent euro-
péen, hormis les races des îles britanniques. Je suis convaincu que, bien qu'ils soient peu connus, ils méritent, comme les Magyar Agér ou le Galgo espagnol, une reconnaissance et une chance.
Pour expliquer au lecteur les conditions dans lesquelles la race a évolué, il faut rappeler que la scène politique a toujours exercé une grande influence. Ses bouleversements ont changé la vie de tout le monde. En écoutant les actualités de tous les jours, nous pouvons constater quelle est son influence sur les peuples, la culture, le mode de vie et la hiérarchie des valeurs.
Il y a des siècles, la Pologne était un pays puissant dont les territoires s'étendaient de la Baltique à une partie de l'Ukraine actuelle, à l'Est (Podole - Zaol-zie). C'est un pays qui, au cours de son histoire, a transféré trois fois sa capitale. Les immenses territoires de forêts vierges, de plaines et steppes infinies, marais et rivières, étaient une richesse en eux-mêmes. Ces richesses faisaient de la Pologne un trophée de guerre très convoité et c'est pour cela que son histoire est marquée par de nombreuses victoires et défaites dans le dernier millénaire. La
Pologne est aussi une voie commerciale d'ouest en est et du nord au sud, fréquentée par les commerçants, les caravanes et les animaux, entre autres les chevaux arabes portant la gloire de l'Orient et formant le début de leur élevage en Europe. Avec les commerçants vinrent aussi leurs chiens. Le goût des souverains et des couches riches de la population du Moyen Age pour la chasse, l'élevage et aussi les contacts commerciaux , les riches demeures disséminées sur de grandes étendues favorisèrent le développement de l'élevage des chiens de chasse.
En Pologne, les lévriers étaient déjà connus au Xlléme siècle, probablement même avant. Ils faisaient partie du commerce avec les peuples d'Asie. Les premières mentions concernant les frais d'entretien du chenil royal où étaient gardés différents chiens courants et lévriers indigènes, sont trouvées dans les chroniques du château royal de Wawel, à Cracovie.
Les premières mentions concernant les lévriers russes Barzoïs, citées par les auteurs spécialisés de cette race, sont postérieures d'un siècle.
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Chart Polski
Les examens céphalométriques pratiqués sur les représentants de quelques races de lévriers ont démontré une ressemblance et parenté du chart polski avec les lévriers de type saluki et les lévriers orientaux. Les résultats de ces recherches furent élaborés dans une thèse de l'Ecole Principale d'Exploitation Agricole, à Varsovie. Ils furent aussi la base de l'établissement de données pour le standard.
Des mentions successives datent d' une période colorée et tragique de l'histoire polonaise, les XVI et XVIIèmes siècles, et fournissent des données écrites concernant l'aspect, l'entretien et la chasse avec les charty.
Les chroniques de 1823 relèvent que, parmi les chiens rencontrés dans les cours, on trouvait Jes lévriers ordinaires" ou Jes nôtres". Cela prouve que ces chiens étaient connus et que leur aspect fréquent était homogène. Ils étaient considérés comme une race nombreuse, indigène, existant depuis longtemps. Les auteurs de ces chroniques distinguaient en effet aussi les deerhounds, les grey-hounds.
Dans la chronique de Sylwan de 1823, on trouve un dessin du lévrier polonais.
Les peintres polonais spécialisés dans les scènes avec une participation de chevaux ont aussi représenté des lévriers. Une présentation minutieuse et détaillée des costumes, fidèle historiquement, de bonnes proportions, prouvent que l'aspect des lévriers a été fidèlement reproduit.
Les chiens représentés sur les tableaux de Julius Kossak (1868), Jozef Brandt (1883) étaient grands, forts, d'une musculature apparente bien proportionnée, avec le poil typique plus long à T'arriére des cuisses et sur la queue.
Un exemple illustrant les passions chasseresses de la noblesse et l'efficacité de ses chiens se trouve dans un fragment du poème ,,Pan Tadeusz" de A. Mickie-wicz (1834), connu de tout Polonais, qui décrit le pari de deux propriétaires de lévriers dans la poursuite d'un lièvre.
En raison de la grandeur du territoire de l'ancienne Pologne, les chiens se différenciaient un peu les uns des autres. Vivant et chassant sur des terrains variés, ceux de Pologne centrale étaient plus petits et plus légers, ceux des territoires de Podole plus grands et plus forts. Ce type de différences se rencontre parmi les chiens courants en France.
Les plus grands admirateurs et passionnés de la chasse avec les lévriers étaient le comte Sergiusz Niemojewski et Szimon P. Nieciecki.
A la fin du XIXème, début du XXème siècle apparurent les premières présenta-
tions de chiens avec jugement de leur beauté et de leur qualité de chasse. Une mention de la participation de lévriers (sans précision de la race) à l'exposition de Varsovie date de 1899.
Un grand nuage vint assombrir les traditions de chasse après la Première Guerre Mondiale, suite au démembrement des terres privées qui a totalement changé le mode de vie des riches, jusqu' alors propriétaires terriens. L'utilité de posséder une meute de chiens, de chasser, d'organiser de grandes réceptions, a été vivement critiquée. Une ère nouvelle commençait, toute nouvelle. La population n'a pas encore pris l'habitude de tous ces changements lorsque survint la Seconde Guerre Mondiale. La Pologne et tout ce qui était polonais devait disparaître. La guerre, la tragédie. Et les lévriers? Les propriétés, châteaux, manoirs abandonnés, les chenils vides... Les anciens employés des propriétés, les paysans aussi, connaissaient bien la valeur des lévriers. La possession d'armes étant devenue interdite et les possibilités de se nourrir restreintes, les paysans ont alors commencé à se servir de lévriers errants. En contrepartie de soins, les chiens faisaient ce qu'ils savaient le mieux faire. Chassant silencieusement à l'aube ou au crépuscule, ils démontraient toutes les qualités dont les paysans avaient seulement entendu parler.
Très résistants aux contusions et à la fatigue, ardents à la poursuite, comme les faucons, ils fondaient silencieusement sur leurs proies. De cette manière, ils assuraient la survie des gens et la leur. C'est grâce à cela que beaucoup de lévriers, aussi errant seuls, ont survécu à la
guerre. Toutefois, après la libération, leur existence devint encore plus difficile. Selon les idées communistes imposées en Pologne après 1945, le lévrier, symbole du propriétaire terrien riche et exploiteur, devait disparaître. Les représentants des autorités ouvrières, milices, chasseurs et vétérinaires se livraient avec passion à cette tâche. On pratiquait la normalisation des villages en tuant tous les chiens. Ce genre de ,,purge", avec une intensité diverse, se produit encore de nos jours. Je dois expliquer au lecteur qu'une loi antérieure à la Seconde Guerre Mondiale obligeait les propriétaires de lévriers habitant la campagne à obtenir une autorisation de détention. Après la guerre, cette loi fut reconduite et, suite à des actes de chasse, une décision administrative fut prise qui ordonnait la capture des lévriers, principalement sur les anciens territoires des propriétés où ils avaient survécu.
En 1972, un cynologue passionné, le Dr. Mroczowski, écrivit un article au sujet des lévriers polonais, leur histoire et la réalité actuelle, démontrant que sur certains anciens territoires polonais (actuellement URSS) ils existaient à l'état pur. Il lança un appel pour la sauvegarde de la race. Le désintérêt total et même la malveillance à l'encontre de la sauvegarde de notre plus ancienne race indigène ont retardé son enregistrement auprès de la FCI. Les personnes conscientes du patrimoine culturel étaient encore plus déterminées. Leur profonde conviction et leur argumentation, soutenues par une
Unten: Maksymilian
Siemianowski (1810-1878) - Chart Polski
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Chart Polski
documentation iconographique, les opinions de juges spécialistes des lévriers et la bienveillance d'une des plus grandes sections cynologiques ont conduit, le 25 janvier 1981 à une décision d'ouverture d'un livre annexe pour les lévriers polonais. Trente chiens ont été enregistrés: les descendants d'anciens chenils, des importations de Podole (Ukraine), des chiots nés d'unions planifiées, les portées des élevages Aga, Actum, Podnieb-ne Szlaki, Celerrimus, et d'autres.
Le travail d'élevage fut très intense. En 1989, le standard fut homologué sous le No 333.
Lors de leur participation à de nombreuses expositions, les chiens plaisent, ont de nouveaux admirateurs, sont beaux et rapides. Ils s'affirment dans les courses et les coursings. Ils constituent un symbole vivant de la tradition polonaise et sont un lien entre le passé et le présent.
Les lévriers doivent-ils disparaître de Pologne ? Oui, probablement. La bataille continue et non seulement pour les lévriers polonais.
Les sociétés de chasse se plaignent que, dans certaines régions de Pologne, le braconnage est très répandu. Les preuves sont publiées dans la presse spécialisée. Il faut préciser qu'il est possible de braconner non seulement avec les lévriers. Tous les chiens de race et les bâtards abandonnés essaient de le faire. Doberman, bull-terrier, teckel, lévrier ou setter peuvent faire le même dégât parmi le gibier.
Une loi récente sur la protection des animaux du 29 août 1997, votée par le Parlement, prévoit que tout propriétaire de lévrier ou de son croisement doit posséder une autorisation de détention ou d'élevage délivrée par la voïvodie. La copie de cette autorisation est transmise à la police, à la société de chasse et au propriétaire. Le chien est autorisé à sortir en muselière, même une levrette, car c'est aussi un lévrier. Je suis persuadé qu'il s'agit de la loi la plus restrictive au monde. Un fonctionnaire d'une grande ville du centre de la Pologne a même décidé que ("autorisation ne serait pas délivrée aussi longtemps que le chien (chart champion polonais ) ne serait pas castré.
En janvier 1998, la télévision nationale a présenté un reportage sur la saisie de chiens dans les villages où l'on braconne. La police a confisqué 17 animaux (lévriers ou croisements) dont les propriétaires n'avaient pas d'autorisation de détention. Ils furent transportés au refuge et l'affaire devait être soumise au tribunal.
Pour que les lecteurs n'aient pas l'impression que l'existence des lévriers est
un cauchemar, je dois mentionner que, en 1990, lors de l'exposition mondiale de Brno, en Tchéquie, deux chiens - Raphus et Sawantka Celerrimus - ont obtenu, pour la première fois dans l'histoire de la race, le titre de vainqueurs du monde. Dans les années suivantes, des représentants de cet élevage éminent ont obtenu les titres de vainqueur du monde, d'Europe, Champions de Pologne et d'autres pays. Tradycja Lauda a obtenu le titre de vainqueur du Monde à Dort-mund et à Bruxelles.
Les lévriers polonais sont représentés en France où il existe un club de cette race, en Allemagne, aux Etats-Unis, un exemplaire unique en Finlande et au Canada et j'espère bientôt dans d'autres pays où il y a beaucoup d'amateurs de lévriers.
Sur une population de 6 millions de chiens en Pologne, 150'000 sont des chiens de race. 70'000 sont enregistrés auprès de l'Union Cynologique, dont 2000 lévriers (450 chart polski). En 1997, il y eut 60 portées de lévriers (333 chiots) dont 11 portées de chart polski (79 chiots).
Il existe deux clubs : le Club du Lévrier et le Club du Chart Polski, nouvellement recréé. Ils collaborent dans le but commun de développer l'élevage, de faire connaître les races et de coordonner leurs prescriptions.
Nous invitons tous les amateurs de lévriers à participer aux expositions, courses et coursings en Pologne.
Nous souhaitons entretenir et développer nos contacts avec les personnes qui,
comme nous, aiment les lévriers.
En l'an 2000 aura lieu en Pologne l'Exposition européenne des chiens de race. C'est un plaisir et un honneur pour nous. C'est de cette façon que nous finirons le XXème siècle. Dans quelle ambiance les lévriers vivant en Pologne inaugureront-ils le XXIème siècle?
Traduction:
Danuta Spaeth-Tomaszewska

Unten: Tradycja Lauda z Wi/gowa wurde
We/tsiegerin in Dortmund 1991
(Foto: Tetsu Yamazaki)
Ganz unten: Der Autor unseres Beitrags
mit seiner Hùndin Nara Diasporas

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Chart Polski
Jacqueline Nivison, Präsidentin des Chart Polski Club of America
Der Chart Polski in Amerika
Der amerikanische Chart Polski Club (ACPC) nimmt unter allen Hundevereinen eine Sonderstellung ein, denn er zählt mehr Mitglieder als Hunde. Seine 63 Mitglieder besitzen 55 Chart Polski. Alle diese Hunde gehen auf die von Betty Augus-towskis Elzbieta-Zuchtstätte in Maryland importierten Chart Polski zurück.
Betty Augustowski hat auch eine andere polnische Hunderasse, den Tiefland-Hütehund oder Pons in die USA importiert. Als diese Rasse einmal in den USA etabliert war, wandte sich die Züchterin dem Chart Polski zu. Die ersten Importe erfolgten 1989/90 und der erste Wurf geschah 1991. Der Zuchtrüde dieses Wurfs war der polnische, südamerikanische und puertoricanische Champion Roso-chaty öd Charciarza, die Zuchthündin Celerrimus Troscka aus dem berühmten Zwinger Celerrimus aus Polen. Der Wurf war klein, nur gerade vier männliche Welpen fielen, aber drei davon wurden zu aussergewöhnlichen Beispielen für die Rasse. ARBA*, SKC und Puerto Rico-Ch. Elzbieta's Andrus, ARBA Ch. Elzbieta's Amant, ein BIS-Multi-Gruppensiegerund Sieger der 1994 National Speciality, sowie Elzbieta's Awanturnik, Internationaler Champion. Trotz spätem Beginn von Awanturniks Ausstellungskarriere, er
* (American Rare Breed Association)
wurde erstmals im Alter von sechs Jahren ausgestellt, sammlte er zahlreiche Siegertitel und wurde mehrmals Gruppensieger. Er war ebenfalls der Zuchtrüde der 1997 National Speciality-Siege-rin. Aber es war Andrus, der zum führenden Zuchtrüden wurde: 37 Nachkommen in den USA aus fünf Würfen zählt er. Unter seinen Nachkommen findet sich Elzbieta's Cynamon Roza, die Nummer eins der Chart Polski in den USA und Siegerin der National Speciality in Washington D.C. 1995. 1997 war sie durch eine schwere Verletzung, die sie sich bei einem Coursing zugezogen hatte, handicapiert und erzielte „nur" Best of Opposite Sex in der ACPC-National Spe-cialty in Washington D.C. Roza gehört dem Fast Company Kennel in Hillsdale, Michigan, USA.
Der Verlauf der Rasse Chart Polski in Amerika war bis zu diesem Zeitpunkt eher enttäuschend. Es wurden zu wenige Chart Polski importiert, was dazu führen musste, dass der Gen-Pool zu schmal wurde; alle unsere Hunde gehen auf nur sieben Tiere zurück. Obwohl bisher keinerlei gesundheitliche Probleme aufgetreten sind, steigt mit jeder neuen Generation die Gefahr dafür an. Ein weiterer Grund für die zu langsam Entwicklung der Rasse in Amerika ist in der Situation der Greyhounds in diesem Land zu su-
chen. Hunderte von Hilfsgruppen erwerben Greyhounds von den professionellen Rennbahnen, um sie vor dem sicheren Tod zu retten. Diese Hunde werden dann an Tierfreunde abgegeben zum Preis, der die Kastration kostet. Der Chart Polski gleicht dem Greyhound, und die Leute denken, dass sie Chart Polski zu den gleichen Bedingungen erwerben könnten wie ausgediente Renn-Grey-hounds. Obwohl jedermann, der beide Rassen kennt, diese Änlichkeit verneint - sie existiert im Wesen der Hunde überhaupt nicht -, herrscht die Ansicht vor, beim Chart Polski handle es sich um „einen anderen Greyhound".
Allerdings begann sich die Situation mit der Gründung des American Chart Polski Club vor drei Jahren zu bessern. Wir vereinigen eine solide Basis von Mitgliedern, die sich auf Windhunde verstehen und vom Chart Polski begeistert sind. Viele unserer Mitglieder sind aktive Cour-sing-Teilnehmer und nehmen auch an Windhundrennen teil. Einige unserer Mitglieder haben die Absicht, nächstes Jahr nach Polen und/oder Russland zu reisen, um weitere Chart Polski mit anderen Blutlinien zu erwerben und nach Amerika zu bringen.
Betty Augustowski, die grosse Dame der polnischen Hunderassen hier in Amerika, hat zurückgesteckt aus gesundheitlichen Gründen und weil sie einen Kampf um die Anerkennung des Pons durch den American Kennel Club führt, der sie sehr in Anspruch nimmt. Damit verbleiben nur drei Zuchtstätten für den Chart Polski in den USA, die auf sehr enger Basis arbeiten. Diese drei Zuchtstätten sind: Bob Kout, 507 E. Raindeer Road, Lancaster, Texas 751465115, Lynda und Ronen Mulczynski, Burzstyn Kennels, 2440 Sho-reline Drive, Napa, California 94558 und Jacqueline Nivison, Amerykanka Kennels, 290 Spring Street, Hillsdale, MI 49242 oder e-mail jackiemud@AOL. com.
(Übersetzung: Frank R. Zwahlen)
ARBA, SKC International, ABCA Interna-
tional Champion Elzbieta's Istra

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